12.07.2018 / Medien / Seite 15

Im Dienst der Konzerne

Medien werden immer mehr zu PR-Maschinen von Unternehmen. Jüngstes Beispiel: VW und die Braunschweiger Zeitung

Kristian Stemmler

Wes Brot ich ess’, des Lied ich sing’. Das alte Sprichwort ist längst zum Motto der deutschen Mainstreampresse geworden. Nur noch wenige Redakteure trauen sich, denen auf die Füße zu treten, von deren Geld sie leben: ihren großen Anzeigenkunden. So legen sich etwa Regionalzeitungen selten mit Discounterketten wie Aldi oder Lidl an, die regelmäßig ganze Seiten für ihre Sonderangebote buchen. Auch Makler und andere Dauerkunden werden pfleglich behandelt.

Ein besonders krasses Beispiel für dieses ethische Desaster hat Ende Juni die seit 2007 zur Funke-Gruppe gehörende Braunschweiger Zeitung (BZ) abgeliefert. In einer 16seitigen redaktionellen Beilage »Menschen bei Volkswagen« stellte das Blatt dem Autokonzern, der mit seiner Softwaremanipulation den sogenannten Dieselskandal auslöste, einen Persilschein aus. Die »Broschüre« wurde in einer Auflage von 1,4 Millionen Exemplaren gedruckt und auch anderen Funke-Titeln wie der Berliner Morgenpost und natürlich den...

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