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07.07.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Eine Welt, in der sich die Macht neu verteilt«

Gespräch mit Torkil Lauesen. Über den erstarkten Antiimperialismus, Produktionsverhältnisse im globalen Süden und sterbenden Kapitalismus

Gabriel Kuhn

Im Jahr 1991 wurden Sie aufgrund Ihrer antiimperialistischen Aktivitäten zu zehn Jahren Haft verurteilt. Jetzt, Jahrzehnte später, ist Ihr Buch mit dem Titel »The Global Perspective: Reflections on Imperialism and Resistance« erschienen, auf deutsch »Die globale Perspektive: Reflektionen über Imperialismus und Widerstand«. Hat sich nichts verändert?

Vieles hat sich verändert, damit sich nichts Grundlegendes verändern musste. Die Industrialisierung des globalen Südens und die globalen Produktionsketten haben dazu geführt, dass der Imperialismus noch bedrückender wurde. Die Superprofite des Kapitals sind gestiegen und die Preise für Konsumwaren im globalen Norden gefallen. Die USA sind nicht mehr die Supermacht, die sie einst waren. Der real existierende Sozialismus ist verschwunden, die nationalen Befreiungsbewegungen genauso. Wir leben in einer Welt, in der sich die Macht neu verteilt.

Gegen Ende der 1980er Jahre verschwand der Antiimperialismus vom Radar...

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