29.06.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

»Selbst heute ist er vielen suspekt«

Nazijäger Fritz Bauer arbeitete intensiv mit der Justiz der DDR zusammen. Ein Gespräch mit Hans-Jürgen Joseph

Frank Schumann

Die DDR bemühte sich bis zu ihrem Ende um ein Rechtshilfeabkommen mit der BRD, es kam nie zustande. Auch Fritz Bauer war dafür aktiv.

Es gab verschiedentlich Kontakte. So waren zum Beispiel unsere Staatsanwälte Gerhard Ender und Carlos Foth wiederholt bei ihm in Frankfurt am Main. Sie übergaben ihm damals Material gegen Staatssekretär Globke. Dem Generalstaatsanwalt Bauer wurden daraufhin die Ermittlungen gegen Globke entzogen, und er ließ daher Foth und Ender am 20. Dezember 1962 wissen: »Sie könne mit Nürnberg arbeite, mich würde die alte Nazijuriste in Karlsruhe sofort aufhebe. Mache Sie’s!« Transkribiert heißt das: Die DDR, in der das vom Internationalen Militärtribunal in Nürnberg gesprochene internationale Recht nationales Recht geworden war – im Unterschied zur BRD –, sollte das Verfahren gegen Globke führen.

Was dann auch geschah. Doch war das nicht eine einmalige Aktion?

Keineswegs. Ich erinnere an das Schreiben des DDR-Generalstaatsanwalts an de...

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