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02.07.2018 / Thema / Seite 12

Konkurrenz ausgeschaltet

In der DDR zählte der Bischofferöder Kalibergbau zu den profitablen Sektoren, aber nach der »Wende« wurde die Grube geschlossen – im Interesse von BASF. Ein Bericht über den Kampf der Thüringer Kumpel vor 25 Jahren

Jörg Roesler

Den kleinen Bergbauort Bischofferode im thüringischen Eichsfeld kannte vor einem Vierteljahrhundert kaum jemand. In der zweiten Maihälfte 1993 änderte sich das schlagartig. Damals demonstrierten die Kumpel des dortigen Kaliwerks »Thomas Müntzer« im Zentrum Berlins vor dem Treuhandgebäude in der Leipziger Straße ausdauernd und eindrucksvoll gegen die beabsichtigte Schließung ihres Schachtes. Die Treuhandpräsidentin Birgit Breuel sah sich genötigt, vor die Tür zu treten und mit den Demonstranten zu sprechen. »Da haben wir ihr unseren Empfang bereitet – eine Menge Eier ans Gebäude gefeuert«, hat ein Mitglied des Betriebsrates später die Szene beschrieben. Die Medien wurden aufmerksam. Der Name Bischofferode ging durch Presse und Rundfunk.

Mit dem Eierwurf auf Breuels Residenz demonstrierten die Kalikumpel ihre Wut auf die Privatisierungsanstalt, die ihren Betrieb, mit dem sie eng verbunden und auf den sie stolz waren, zu liquidieren beabsichtigte. Es war fas...

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