12.06.2018 / Ansichten / Seite 8

Loyale Kanzlerin

Reaktionen nach G-7-Treffen

Jörg Kronauer

Angela Merkel hat am Sonntag eine neue Hierarchie in den Prioritäten der Berliner Außenpolitik postuliert. »Die erste Loyalität«, erklärte sie in der ARD-Talkshow »Anne Will«, »gilt immer dem eigenen Land«. Nun, das ist nicht neu: Regierungen sind dazu da, die Interessen der herrschenden Kreise ihrer Nation zu vertreten, auch im Ausland und gegenüber fremden Staaten. Wo aber liegt, um mit Merkel zu sprechen, die »zweite Loyalität«?

In der Geschichte der Bundesrepublik ist das stets eine doppelte gewesen. »Ein ebenso grundlegendes Element wie die europäische Integration« sei das Bündnis mit den USA, so hat es die heutige Kanzlerin beschrieben, als ihr Amtsvorgänger im Jahr 2003 wegen des Irak-Kriegs einen ernsten Streit mit Washington riskierte. Am Sonntag hat sie es anders formuliert: »Die zweite Loyalität sollte der Europäischen Union gelten.« Punkt. Kein »und den Vereinigten Staaten«.

Wirklich neu ist die Prioritätensetzung der Kanzlerin nicht. B...

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