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11.06.2018 / Feuilleton / Seite 11

Harte Emotionen

Früher war »Konsumverweigerung« eine politische Haltung, heute sollte man Courtney Barnett hören

René Hamann

Es war schon auch schön in den frühen Neunzigern. Karriere war noch etwas für Spießer. Herumhängen, Studium verschleppen, auf die Ansprüche der Gesellschaft pfeifen war noch voll okay. Mehr noch: Diese schönen Eigenschaften, diese Renitenz wurde abgefeiert, ausgebreitet, bearbeitet. Nämlich von den Medien. Also vom einzigen, was überhaupt interessierte: im Film, auf Platte, in Büchern. »Auf Tanzflächen, Vinyl und Papier«, wie es bei Blumfeld hieß. Es gab sogar einen oder zwei Begriffe dafür: Wir waren die Generation X, die sich mit McJobs über Wasser hielt, Flanellhemden trug, Nirvana und die Lemonheads hörte, Skateboard fuhr (oder auch nicht), keinen größeren Plan hatte. Wir liebten die Filme von Richard Linklater. Wir hingen einfach so rum. Wir waren Slacker.

Heute, gut fünfundzwanzig Jahre später, muss man diese Umstände den nachfolgenden Generationen meist lang und breit erklären. Viele begreifen nicht, wie das möglich war, dass »Konsumverweigerung« e...

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