08.06.2018 / Inland / Seite 4

Von wegen Willkommenskultur

»Antirassistische Initiative« erfasst seit 25 Jahren die Brutalität deutscher Flüchtlingspolitik

Ulla Jelpke

In der Aufregung um angebliche zu Unrecht ausgestellte Asylbescheide lohnt sich die Frage: Was ist hierzulande eigentlich ein Skandal? Die Zahlen, die aus der aktuellen Dokumentation der »Antirassistischen Initiative Berlin« (ARI) hervorgehen, sind jedenfalls verheerend: 23 Flüchtlinge haben sich im vergangenen Jahr angesichts ihrer drohenden Abschiebung selbst getötet oder starben beim Versuch, vor der Abschiebung zu fliehen. Fünf Flüchtlinge starben an der deutschen Grenze bei der Einreise. Zwei abgeschobene Afghanen kamen wenige Wochen nach ihrer Abschiebung in Afghanistan bei Terroranschlägen ums Leben. Die ARI dokumentierte diese Fälle, bereits seit 1993 nimmt sie die »bundesdeutsche Flüchtlingspolitik und ihre tödlichen Folgen« jährlich unter die Lupe. Kaum eine Publikation gibt einen derart umfassenden Überblick darüber, welchen gewaltförmigen Zuständen Geflüchtete in Deutschland ausgesetzt sind.

Nur ein Bruchteil der Angaben stammt aus amtlichen S...

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