29.05.2018 / Feuilleton / Seite 11

Kriminalisierte Kunst

Wer in Spanien gegen den König, den Staat und gegen Korruption rappt, ist schneller im Knast als so mancher korrupte Politiker

Mela Theurer

»Der Bourbonenkönig und seine Geschichten, keine Ahnung ob er auf Elefantenjagd oder mal wieder im Puff war. Es gibt Sachen, die du nicht erklären kannst, wie dass er einst seinen Bruder zur Zielscheibe machte. Jetzt sind da seine arabischen Brüder, an die er die Waffen verscherbelt …« – wer solche Texte in Spanien verbreitet, muss ins Gefängnis. Zumindest wenn man Rapper ist: Der mallorquinische HipHop-Künstler Valtonyc wurde für seinen Track »El Rey Borbó« zu dreieinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt. Doch als er am vergangenen Mittwoch in den Knast sollte, war er bereits verschwunden. Valtonyc, der eigentlich Josep Miquel Arenas heißt, kündigte an, seinen Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strasbourg bringen zu wollen.

Der Staatsanwalt hatte nur drei Jahre Haft gefordert, die Richter gaben noch ein halbes Jahr drauf, sie wollten ein Exempel statuieren. Für Textzeilen wie »Scheiß Bullen, scheiß Monarchie, mal sehn ob ETA nicht ba...

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