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18.05.2018 / Inland / Seite 4

Juristerei und Deutungshoheit

NSU-Prozess: Ralf Wohllebens Anwälte, die »Ceska«-Beweiskette und der Ruf des Naziregimes

Claudia Wangerin

Die Anwälte von Ralf Wohlleben wollten sich in ihren Plädoyers im Münchner NSU-Prozess nicht darauf beschränken, den Vorwurf der Beihilfe zum neunfachen Mord zu entkräften. Neben einem Freispruch für ihren Mandaten hätten sie gerne die Deutungshoheit über die angeblich gar nicht politisch motivierten Taten.

Nach Meinung von Prozessbeobachtern der Initiative NSU-Watch verteidigte Rechtsanwalt Wolfram Nahrath, ehemals Bundesführer der 1994 verbotenen Wiking-Jugend und NPD-Mitglied, am Donnerstag den »Ruf des historischen Nationalsozialismus«, als er betonte, der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU) habe sich mit diesem wohl kaum befasst. Es liege der Verdacht nahe, »dass der NSU ›U‹ war, aber nicht ›NS‹«. Zu belegen versuchte er dies mit selektiv ausgewählten Zitaten von Nazigrößen wie Joseph Goebbels.

Dass Wohlleben um die Jahrtausendwende bei der Beschaffung einer Schusswaffe für seine untergetauchten Neonazikameraden mitgewirkt hatte, war nicht mehr...

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