03.05.2018 / Ausland / Seite 7

Aussitzen oder eskalieren

Armenische Protestbewegung lähmt Verkehrsnetz des Landes. Parlament verweigert Oppositionsführer Paschinjan die Wahl zum Regierungschef

Reinhard Lauterbach

Die innenpolitische Lage in Armenien war am Mittwoch gespannt. Tausende Anhänger der Oppositionsbewegung des Abgeordneten Nikol Paschinjan blockierten nach seinem Aufruf zentrale Verkehrswege des Landes. In Jerewan besetzten sie wichtige Kreuzungen und die Gleise der U-Bahn. Autos standen quer auf der Zufahrt zum internationalen Flughafen des Landes, Flugpassagiere mussten ihr Gepäck deswegen einige hundert Meter weit zu Fuß hinter sich herziehen. Gegen Mittag (Ortszeit) rief Paschinjan seine Anhänger auf, die Zufahrt zum Flughafen wieder freizugeben. Blockiert waren auch die meisten Grenzübergänge, die Eisenbahn stellte den Betrieb ein. In der zweitgrößten Stadt des Landes, Gjumri, besetzten Oppositionsanhänger das Rathaus und forderten den Bürgermeister auf, sich ihnen anzuschließen.

Zuvor war am Dienstag der Versuch Paschinjans gescheitert, sich im Handstreich vom Parlament zum neuen Regierungschef wählen zu lassen. Statt der erforderlichen 53 Abgeordn...

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