23.04.2018 / Feuilleton / Seite 10

Aus den Angeln gehoben

Am Ende steht die Eigentumsfrage: Eine Nachlese zur Ära Dercon an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz

Anselm Lenz

Bis weit in die Nuller Jahre ging das Wort an Kunstakademien, in Leben und Werk früh gescheiterte Künstler würden entweder Kulturfunktionäre oder Politiker. Irgendwo müssen die ja hin, wurde entgegnet, und jeder kannte irgendwo auch einen guten. Doch mit der Kulturrevolution des Neoliberalismus zog der Geniekult auch in die Verwaltungsbüros der Kulturproduktion ein. Nach dessen Sieg über das Reich der Bolschewiki, jenen Hort der verfemtesten aller Gleichstellungen, nämlich der ökonomischen, sollte endlich wieder sein ganzes Ich zum Vorschein kommen. Chris Dercon, seit vergangenem Donnerstag »einvernehmlich« nicht mehr Intendant der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, war das beste Beispiel dafür, was das bedeutet.

Max Kruse, der Erfinder der Augsburger Puppenkiste, soll einmal gesagt haben: »Theater ist, wenn Leute in Dein Haus kommen, um zu gucken, was sich bewegt und Geräusche macht.« Doch das Publikum der Volksbühne kam schon länger nicht meh...

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