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09.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Keine Lippe in Lippe

Karg ist das Wort im Munde des Bewohners von Lippe/Westfalen. Wesensverwandte hat er im fernen Schottland

Wiglaf Droste

Wenn sich ein Paar in Lippe in Westfalen trifft, kann es geschehen, dass einer der beiden mit einem Lächeln auf den Lipper Lippen zum anderen sagt: »Wir zwei Hübschen aus dem Lipp’schen.« Das ist in Lippe so kanonisiert und im Rahmen des Gestatteten; mehr zu sagen aber gälte als draufgängerisch, wenn nicht nassforsch. Denn karg ist das Wort im Munde des Bewohners von Lippe, einem ehemaligen Fürstentum und späteren Freistaat; gegenwärtig ist Lippe ein kleiner Landstrich in Nordrhein-Westfalen, doch der Ruf des Eigenen, Kauzigen, etwas Schrulligen haftet seinen Insassen bis heute an. Ein Film über die »Lippische Rose« (die das Wahr- und Wappenzeichen Lippes ist, also quasi das Lipperbekenntnis), muss nicht unbedingt gedreht werden; falls doch, wird er ausschließlich mit Lippern besetzt und damit ein Stummfilm.

Es gibt Lipper, neben denen Knäckebrot wie ein Feuchtgebiet wirkt. Fällt man unter solche Drögebäcker, reibt man sich die Augen und wundert sich: Die...

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