07.03.2018 / Feuilleton / Seite 11

Sich nahbar machen (durch den dunklen Wald)

Horror Folk, Drone Rock, Gemachtheit des sinistren Ichs: Anna von Hausswolff mit neuem Album auf Tour

René Hamann

Die Reise ans Ende beginnt. Ein anschwellender Orgelton, der klingt wie eine Schiffshupe, füllt den Raum. Anna von Hausswolff, die wirklich so heißt, thront hinter ihren Synthesizern. Nach einigen Minuten – ja, Minuten – hebt sie zu schreien an, während nach und nach die Band einsetzt und einen sehr düsteren »Wall of Sound« kreiert. Irgendwann gibt es dann schrillen Gesang und einen Akkordwechsel. Oder auch nicht.

Die Schwedin, Anfang 30, ist keine 1,60 Meter groß, hat eine Stimme wie zehn hellenische Sirenen, macht skandinavischen Drone Rock, irgend etwas zwischen Doom Metal und Kirchenmusik, zwischen Gothic Folk und Prog Rock. Aber wie man diese Musik auch bezeichnet: Dramatisch geht es bei ihr immer zu. Von Hausswolff hat einen Hang zum Horror, zum Exhibitionistischen, zum Exzess, zur Katharsis. Mit Gespür fürs Filmische. Man kann durchaus Einflüsse von Henry Mancini oder Pink Floyd in ihrer Musik ausmachen, man muss sich diese Einflüsse nur eben in Du...

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