05.03.2018 / Feuilleton / Seite 10

Das Gute und Schwere

Der Betrachter soll sich »festbeißen«: Eine Fritz-Cremer-Ausstellung in Berlin

Andreas Wessel

Dürfen Kommunisten träumen?« fragte Fritz Cremer 1974 etwa 20 Künstlerkollegen und lud sie ein, sich mit einem großformatigen Bild an der Ausgestaltung des Palastes der Republik in Ostberlin zu beteiligen. Am Ergebnis, der Palast-Galerie, hatten und haben die Definitionsmächtigen der beseitigten DDR genauso wie die der größer gewordenen BRD zu knabbern: den einen wie den anderen ist es zu wenig Propaganda und zu viel Kunst, nur die Vorzeichen haben sich verkehrt. Dass auch Cremers Werk selbst, stets nur mit dem Zusatz »Staats- und Auftragskunst« versehen, gewürdigt wird, verdient kaum eine Kommentierung – wann war Bildhauerei im öffentlichen Raum nicht staatlich (bzw. kirchlich) beauftragte Kunst?

Gegen solche ideologische Ignoranz hilft kein Palaver, aber die kontinuierliche Kunstpräsentation, die unvoreingenommener Kunstanschauung Gelegenheit gibt, wie derzeit in der Berliner Galerie »Ostdeutsche Kunstauktionen«. Plastiken von Cremer sind rar im Kunstha...

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