03.03.2018 / Inland / Seite 5

Die Pioniertat des »Dr. M.«

Hans Modrow verklagt den Bundesnachrichtendienst auf Akteineinsicht. Sollte er Recht bekommen, könnte eine Lawine losgetreten werden

Frank Schumann

Bundesverwaltungsgericht Leipzig am Mittwoch: Die fünf Herren vorn tragen karmesinrote Roben mit einer breiten weißen Halsbinde und kommen ausnahmslos aus dem Westen. Vor ihnen zur Linken sitzen vier Herren im feinen Zwirn, auch aus dem Westen. Sie dürfen nicht abgebildet werden, heißt es auf einem Aushang an der Tür, und auch das Fernsehen hält sich daran: Wo bei normalen Menschen der Kopf sitzt, schwimmt auf dem Monitor eine elektronische Wolke. (In der ARD-Mediathek zeigt die »Tagesschau« von Mittwoch 12 Uhr nicht einmal diese. Geboten wird, während der Berichtston weiterläuft, statt bewegter Bilder die Einblendung: »Kurze Unterbrechung. Diese Bilder dürfen aus rechtlichen Gründen nicht gezeigt werden.«) Die vier Herren, man ahnt es bereits, sind vom Bundesnachrichtendienst. Sie vertreten ihren Chef, der nicht erschienen ist, und auch sie wollen nicht erscheinen.

Rechts von ihnen sitzt Hans Modrow, der letzte DDR-Ministerpräsident, im ersten Aushang de...

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