02.03.2018 / Inland / Seite 4

»Kochbuch verpasster Gelegenheiten«

SPD – geht es auch irgendwann mal wieder ums Prinzip? Von Matthias Krauß

Matthias Krauß

Bis vor wenigen Monaten hatte die SPD es in der Hand, Angela Merkel zu stürzen, die CDU aus der Bundesregierung zu werfen, die Position des Kanzlers selbst zu besetzen und gemeinsam mit Grünen und Linken eine Regierung zu bilden. Dass diese Gelegenheit in absehbarer Zeit nicht wiederkehrt, dafür sorgt nicht nur die SPD, aber das ist ein anderes Kapitel.

Carl von Ossietzky (1889–1938) konnte davon keine Ahnung haben, als er die SPD-Geschichte ein »Kochbuch verpasster Gelegenheiten« nannte. Er bezog sich darauf, dass diese Partei 1919 stimmungs- und stimmenmäßig Nachkriegsdeutschland beherrschte und sie in dieser Situation nichts Besseres zu tun hatte, als jene Kräfte, die Deutschland wenige Jahre später in den Abgrund des Faschismus reißen würden, über diese für sie schwierige Zeit zu retten.

Schamröte sei das einzige Rot, das man von der SPD erwarten könne, befand Ossietzky. Sicher muss sich unsereiner nicht den Kopf der SPD zerbrechen, aber was diese Par...

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