14.02.2018 / Ansichten / Seite 8

Trauriges Spiel

Machtkampf in Südafrika

Christian Selz, Kapstadt

Falls es noch irgendwelche Zweifel daran gegeben hatte, dass Jacob Zuma sein eigenes Wohl über das seines African National Congress (ANC) stellt, sind diese seit Dienstag früh ausgeräumt. Die Dreistigkeit, mit der Südafrikas Präsident nun sogar die Entscheidung der Partei ignoriert, ihn abzuberufen, ist kaum zu übertreffen. Der Mann, der seine Brille bei längeren Reden stets mit dem ausgestreckten Mittelfinger hochschiebt, während der Rest der Hand eine Faust bildet, hat seiner politischen Basis ein klares Zeichen gegeben. »Ihr könnt mich mal«, war die Essenz dessen, was Zuma der Partei entgegenschmetterte.

Natürlich wird er nun trotzdem gestürzt, gewonnen hat Zuma wahrscheinlich nur ein paar Tage, wenn überhaupt. Doch die will er nutzen, um weiterzupokern. In den Verhandlungen mit der Parteiführung geht es längst nicht mehr um politische Themen, sondern um die Absicherung seiner Pfründe und seiner persönlichen Freiheit. Schwer wiegen die V...

Artikel-Länge: 2952 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe