10.02.2018 / Wochenendbeilage / Seite 1 (Beilage)

»Mein Traum – ein Museum der Migration«

Gespräch mit Nataly Jung-Hwa Han. Über Auswirkungen der Diktatur in Südkorea, den Demokratisierungsprozess des Landes und Irrwege der Integration in der BRD

Rainer Werning

Wann und unter welchen Bedingungen kamen Sie nach Deutschland?

Ab Mitte der 1960er Jahre warb die Bundesrepublik aufgrund des Mangels an medizinischem Pflegepersonal unter anderem Krankenpflegerinnen aus Südkorea an. Auf diese Weise kam 1971 auch meine Mutter als Krankenschwester nach Stuttgart. Der Familienzuzug war damals nicht erlaubt. Nachdem meine Mutter endlich die unbefristete Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte, durfte ich 1978 im Alter von 16 Jahren zu ihr nachreisen.

Wie wurden Sie politisiert, und was waren die wesentlichen Beweggründe dafür?

Mein Vater war Redakteur bei den in der Hauptstadt Seoul erscheinenden Tageszeitungen Korea Herald und Korea Times. Nachdem der General und spätere Militärdiktator Park Chung Hee 1961 durch einen Putsch an die Macht gelangt war, wurde die Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit stark eingeschränkt. Mein Vater hatte seine Arbeit gekündigt, und es ging uns finanziell nicht gut, was mit ausschlaggebend ...

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