30.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

»Menschen wird die Existenzgrundlage entzogen«

Duisburg: Erst kommt die Zwangsräumung, dann die Streichung von Leistungen. Ein Gespräch mit Sylvia Brennemann

Interview: Markus Bernhardt

Sie haben vor einigen Wochen in Duisburg die »Initiative Marxloher Nachbarn« gegründet, welche sich unter anderem gegen Zwangsräumungen stark macht. Der Stadtteil Marxloh gerät immer wieder in die Schlagzeilen, da Verwahrlosung und Kriminalität dort weitverbreitet sein sollen. Warum machen Sie sich in einem Stadtteil gegen Zwangsräumungen stark, in dem offensichtlich sowieso niemand freiwillig wohnen will?

Die Zuzugszahlen sprechen eine andere Sprache. Einige tausend Zuwanderer aus Süd- und Osteuropa sind im Verlauf der letzten Jahre nach Marxloh gekommen, um hier für sich und ihre Kinder eine Zukunft aufzubauen. Insgesamt hat der Stadtteil annähernd 20.000 Einwohner.

Wie nehmen Sie Marxloh wahr?

Ich lebe bereits mein gesamtes Leben in Marxloh und habe schon schlimme Krisen miterlebt. Der Niedergang der Montan- und Kohleindustrie hat den Stadtteil in die Knie gezwungen. Die jetzige neue Dimension von Armut ist Ausdruck der bislang härtesten Krise unseres ...

Artikel-Länge: 5195 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    18,60 Euro/Monat Soli: 23,60 €, ermäßigt: 11,60 €
  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    39,60 Euro/Monat Soli: 49,60 €, ermäßigt: 28,60 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe