25.01.2018 / Schwerpunkt / Seite 3

Nothilfe im Dschungel

In Nordfrankreich leben Flüchtlinge unter miserablen Bedingungen. Freiwillige kümmern sich um ihre Versorgung. Eine Ärztin berichtet

Jana Walter

An diesem grauen Herbsttag weht ein rauer Wind die Küste entlang und es beginnt zu regnen. Ein 17jähriger Sudanese zieht seine Schuhe aus, rollt eine alte Decke auf dem nassen Gras am Rande eines Industriegebietes aus und kniet sich zum Gebet nieder. Ich ziehe mir die Kapuze tiefer ins Gesicht, es ist eisig kalt. Ich frage mich, wie ein junger Mann, der seine Heimat verlassen musste und seit knapp zwei Jahren seinen Träumen von einem vermeintlich besseren Leben folgt, am Glauben festhalten kann. Ein Weg, der ihn ins Herz Europas führte: ins nordfranzösische Calais.

Welcher Arzt möchte nicht mindestens einmal in seinem Berufsleben an einem humanitären Hilfsprojekt mitwirken? Die Welt braucht helfende Hände, ob nun Choleraepidemien in Haiti oder Müttersterblichkeit in Afrika zu bekämpfen sind. 33 Jahre jung und das Ende der Weiterbildung zur Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Sicht, hatte ich begonnen, nach einem Einsatzort zu recherchieren....

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