20.01.2018 / Geschichte / Seite 15

Von Kaisers Gnaden

Vor 100 Jahren warfen sich die Vertreter des ukrainischen Nationalismus dem deutschen Imperialismus an den Hals und erklärten die »Unabhängigkeit«

Reinhard Lauterbach

Am 15. März 1917 erklärte im Gefolge der Februarrevolution Zar Nikolai II. von Russland seinen Thronverzicht. Zwei Tage darauf gründete sich in Kiew der »Ukrainische Zentralrat«. Was sich zunächst anhört wie eine Formalie – schließlich wurden damals überall in Russland irgendwelche Räte gegründet –, war eine politische Kampfansage. Denn die Bezeichnung »Ukraine« für die südwestlichen Gouvernements des russischen Imperiums war damals eine politische Richtungsentscheidung; ungefähr so, als wenn heute in Norditalien die »Lega Nord« eine »Padanische Republik« ausriefe. Im offiziellen russischen Sprachgebrauch hieß das Land damals »Kleinrussland«, die Österreicher bezeichneten die Ukrainer, die ihr Kronland Galizien besiedelten, als »Ruthenen«. Aus diesen Ländern eine »Ukrai­ne« zu machen, war das Programm des bürgerlichen Nationalismus oder, wie es 1912 ein russischer Autor genannt hatte, des »südrussischen Separatismus«. Einer seiner bedeutendsten Vertreter ...

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