19.01.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Kiewer Finanzsumpf

Ukrainische Nationalbank berichtet über Veruntreuungen vor der Nationalisierung der »Privatbank«. Behördenchefin steht selbst unter Verdacht

Reinhard Lauterbach

In der Ukraine hat die Nationalbank Anfang der Woche die Ergebnisse einer Wirtschaftsprüfung bei der vor einem Jahr nationalisierten »Privatbank« der Oligarchen Igor Kolomojskij und Gennadij Bogoljubow bekanntgegeben. Die Untersuchung wurde von der US-Wirtschaftsdetektei Kroll vorgenommen und hat Informationen bestätigt und präzisiert, die im Prinzip schon Ende 2016, kurz vor der Verstaatlichung, in der ukrainischen Presse veröffentlicht worden waren.

Demnach bestand die Haupttätigkeit der »Privatbank« darin, Kredite in Milliardenhöhe an ein Netzwerk von Scheinfirmen und Geschäftspartnern der beiden Bankeigentümer auszugeben. Diese wurden nie zurückgezahlt, sondern immer nur mit neuen Krediten refinanziert. Der überwiegende Teil der Kreditnehmer hatte überdies seinen Sitz in internationalen Steueroasen von Zypern bis zu den Bahamas. Zum Schluss waren 75 Prozent des gesamten Geschäftskreditvolumens des Geldhauses bei nur 36 Personen und Firmen ausstehend, ...

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