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17.01.2018 / Kapital & Arbeit / Seite 9

Nur weg von den Balten

Russland bemüht sich seit Jahren, den Warentransit durch die kleinen Nachbarländer zu reduzieren. Bisher sind die Erfolge offenbar überschaubar

Reinhard Lauterbach

Historisch hat das russische Interesse am Baltikum viel mit eisfreien Häfen zu tun. Nicht zufällig war die Eroberung der »Ostseegouvernements« im 18. Jahrhundert das politische Werk desselben Zaren Peter I. (»der Große«), der auch als Schöpfer der russischen Flotte gilt. Riga war schon zu Zarenzeiten neben Odessa einer der wichtigsten Exporthäfen für russisches Getreide. Zu sowjetischen Zeiten kamen die Häfen in Ventspils (Lettland) und Klaipeda (Litauen) hinzu.

Nach dem Auseinanderbrechen der Sowjetunion lagen alle diese Häfen für Russland nun im Ausland. Daher gab es schon in den neunziger Jahren Überlegungen, den russischen Transithandel über Estland, Lettland und Litauen zu reduzieren. Das Ziel war, die Zahlung der Transitgebühren in Höhe einstelliger Milliardenbeträge an politisch feindselig gesinnte Staaten zu vermeiden. Zuvor allerdings waren auf russischer Seite hohe Investitionen nötig: so in die Errichtung eines komplett neuen Seehafens in Ust-L...

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