13.01.2018 / Inland / Seite 5

Freifahrt ins Kittchen

Weil sie sich kein Bahnticket leisten können, sitzen Tausende Schwarzfahrer in deutschen Gefängnissen. Den Staat kostet es Millionen

Ralf Wurzbacher

Wer in Deutschland wiederholt bei der »Beförderungserschleichung«, sprich beim Schwarzfahren, erwischt wird und die fällige Geldstrafe nicht begleichen kann, wandert ins Gefängnis. Nach Paragraph 265 a Strafgesetzbuch (StGB) kann die Justiz Betroffene bis zu einem Jahr wegschließen. Nur Einzelfälle? Von wegen: Laut Berliner Justizverwaltung saßen im Jahresverlauf 2017 rund 1.500 Schwarzfahrer in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Plötzensee ein, im Schnitt für 40 Tage. Die Einrichtung hatte in der Nachweihnachtszeit für Schlagzeilen gesorgt, weil neun Häftlinge ausgebüxt waren. Allein fünf davon stellten sich als sogenannte Ersatzfreiheitsstrafler heraus, deren »Verbrechen« darin besteht, die geforderten Summen nicht bezahlen zu können.

Weil in Deutschland immer mehr Menschen in Armut leben, landen auch immer mehr hinter Gittern. Wie das ARD-Politmagazin »Monitor« am Donnerstag abend berichtete, hat die Zahl der vollzogenen Ersatzfreiheitsstrafen in den verg...

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