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06.01.2018 / Thema / Seite 12

»Eine schwere, aber phantastische Zeit«

Über Theater und Utopie, Kultur in der DDR und die frühen Jahre des sozialistischen Aufbaus. Ein Gespräch mit Ekkehard Kiesewetter (Teil 1)

Burga Kalinowski

Natürlich reden wir von den schmerzhaften Eingriffen in die Thüringer Theaterlandschaft: von ehemaligen Residenzbühnen, die über Jahrhunderte in pupsigen, mehr oder weniger bedeutsamen Fürstentümerchen zu Glanzpunkten wurden. Dann, auch in sozialistischen Zeiten, zu einer geschätzten und geliebten Tradition, für die der böse und ärmliche Oststaat reichlich zahlte. Kaum waren die »Roten« 1990 weg, wanderte das Sparmännchen der Demokratie durch Thüringen, setzte Rotstift und Hackebeilchen an. Das mittelmäßige, nein, dieses schlechte Stück steht leider auch auf dem Sparplan der 2014 gewählten rot-rot-grünen Landesregierung. Bühnenwelt und Medien klagen und kritisieren. Für Ekkehard Kiesewetter, den ehemaligen Direktor des Erfurter Schauspielhauses, ist es ein Trauerspiel.

In politischen Stellungnahmen zur strukturellen Neuordnung der Theater wurde und wird immer wieder ökonomische Vernunft beschworen. Dagegen zu argumentieren, wagt keiner. Mittlerweile ze...

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