02.01.2018 / Inland / Seite 2

»Es geht um die Verteidigung von Grundrechten«

Rote Hilfe rät Betroffenen der Öffentlichkeitsfahndung der Hamburger Polizei nach G 20 zu juristischer Unterstützung. Gespräch mit Heiko Lange

Kristian Stemmler

Am 18. Dezember hat die Sonderkommission »Schwarzer Block« in Hamburg ihre öffentliche Fahndung nach 107 G-20-Gegnern gestartet, die angeblich Straftaten beim Gipfel begangen haben. Die Rote Hilfe hat das noch am selben Tag als »Aufruf zur Denunziation« bezeichnet. Können Sie das präzisieren?

Die Bevölkerung soll als Hilfspolizei agieren und schauen, ob unter den Abgebildeten vielleicht der Nachbar, die Kommilitonin oder jemand von der Arbeit ist, die bei der Polizei gemeldet werden sollen. Das kann aus unserer Sicht nur, als ein Aufruf zur Denunziation verstanden werden.

Auch als »PR-Show« haben Sie die Fahndung bezeichnet, es gehe der Polizei darum, die Deutungshoheit wiederzugewinnen. Geht es hier also hier gar nicht um Strafverfolgung?

Vor allem geht es wahrscheinlich darum, die Flamme am Kochen zu halten. Erst gab es diese willkürlichen Razzien vor ein paar Wochen, jetzt die Internetfahndung. Es soll vermittelt werden, dass der Feind links steht und ...

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