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20.12.2017 / Ausland / Seite 7

Leben im Niemandsland

Zwischen den Fronten im Donbass macht der Krieg manchmal Pause

Reinhard Lauterbach

Anfang des Monats besuchte der Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die im Laufe der Kämpfe um Donezk zu einiger Bekanntheit gelangte »Filterstation« von Donezk. Es handelt sich um eine Aufbereitungsanlage, die für Hunderttausend Bewohner der umliegenden Orte das Trinkwasser chlort. Die Besonderheit: Die Anlage liegt in der »grauen Zone«, dem Niemandsland zwischen den Fronten. Immer wieder ist sie unter Beschuss geraten, immer wieder wurde sie repariert. Mit Glück ist bisher keiner der Chlortanks getroffen worden. Käme es hierzu, würde sich eine giftige Gaswolke in der Umgebung bodennah verbreiten. Chlor ist schwerer als Luft, im Ersten Weltkrieg wurde es als Kampfgas benutzt.

In der Anlage arbeiten bis heute Menschen von beiden Seiten der Front. Von der Seite der »Volksrepublik Donezk« fährt sogar noch ein Bus zur Filterstation. Die Leute haben sich mit der Situation arrangiert, verdrängen die tägliche Lebensgefahr oder glauben, sie durch au...

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