07.12.2017 / Ausland / Seite 6

Schuften bis zum Tod

Japan: Großunternehmen drängen Beschäftigte zu exzessiver Mehrarbeit. Kommunisten kritisieren Maßnahmen der Regierung

Michael Streitberg

Beschäftigte, die bis zum letzten Atemzug ackern, und ein Staat, der dies fördert: Jene Zustände, für die das deutsche Kapital mit Phrasen wie »mehr Freiheit« oder »Flexibilisierung der Arbeitszeiten« trommelt, sind in Japan bereits bittere Wirklichkeit. Das Wort »Karoshi«, das den Tod durch Überarbeitung beschreibt, ist längst auch außerhalb des Landes ein Begriff.

Wie aus einem Bericht der Zeitung Asahi Shimbun vom Montag hervorgeht, hat sich an dieser Praxis nichts geändert – trotz aller Beteuerungen der rechtskonservativen Regierung unter Premierminister Shinzo Abe, das Problem der ausufernden Arbeitszeiten in den Griff zu bekommen. Das Blatt hatte untersucht, wie viele Überstunden in den 225 großen Unternehmen, die zur »ersten Sektion« an der Tokioter Börse zählen, derzeit verlangt werden. Dazu hatte es Regierungsbeamte, die die Einhaltung arbeitsrechtlicher Regelungen überprüfen, und die Unternehmen selbst befragt. Laut den Verträgen, die die Firmen...

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