30.11.2017 / Feuilleton / Seite 10

Tour de Force

Giacomo Meyerbeers »Le Prophète« an der Deutschen Oper Berlin

Maximilian Schäffer

Richard Wagner und Robert Schumann ließen kein gutes Haar an dem Mann. Seine Musik sei heimatlos und wechselhaft, es fehle der nötige deutsche Ernst, man höre das Jüdische in jeder Note. Dass Giacomo Meyerbeer (1791–1864) einer der erfolgreichsten Opernkomponisten seiner Zeit war, in Frankreich und Deutschland sogar beliebter und öfter gespielt als Verdi, ließ die Gemüter hochkochen. Französische Libretti, gesungen in italenischer Koloratur – das sollte also das Aushängeschild der Germanen sein? Gut 150 Jahre nach Meyerbeers Tod bringt die Deutsche Oper Berlin die drei größten Werke des lange Verschmähten zur Aufführung. Auf »Vasco da Gama« (2015) und »Les Huguenots« (2016) folgte vergangenen Sonntag schließlich das 1849 uraufgeführte »Le Prophète«.

Engagiert wurde Olivier Py vom Festival d’Avignon, der sich bereits 2011 mit einer vielgepriesenen Meyerbeer-Aufführung in Brüssel hervorgetan hatte. In Berlin schafft es der Franzose nun, in einer Weise zu in...

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