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20.10.2017 / Ausland / Seite 7

Imperialismus vor Gericht

Tribunal bei Weltfestspielen befragt Zeugen zu Verbrechen des Westens in ­unterdrückten Ländern

Roland Zschächner, Sotschi

Kann man eigentlich auch über etwas anderes als das Wetter reden? In Sotschi schon, obwohl die Palmen, die an jeder Ecke im Olympiapark stehen, schon lange nicht mehr einen so frischen Herbst am Schwarzen Meer erlebt haben. Zumindest am Donnerstag gibt der strahlend blaue Himmel den Blick auf die nahegelegenen, schneebedeckten Berge frei. In den Hallen, in denen die 19. Weltfestspiele der Jugend und Studenten stattfinden, bilden sich unterdessen immer wieder Menschentrauben, wenn Folkloregruppen aufspielen und zum gemeinsamen Tanzen einladen. Vor allem die ehemaligen Sowjetrepubliken, die zahlreich vertreten sind, geben eine kurze, aber nachhaltige Einführung in das landestypische Brauchtum.

Eine andere Tradition wird in einer der großen Hallen gepflegt. Das Antiimperialistische Tribunal tagt. Dabei rufen die Vorsitzenden über mehrere Tage hinweg Zeugen auf, die über jene Verbrechen berichten, die in ihren Ländern von den Staaten des globalen Westens verü...

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