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19.10.2017 / Inland / Seite 5

Ansichtssache Armut

Teilzeitarbeit und niedrige Löhne als Ursache für steigende Zahl der Nebenjobs. Unternehmernahe Ökonomen sehen das anders

Stefan Thiel

Nebenerwerbstätigkeit sei »kein Indiz für Armut«, schreibt Holger Schäfer vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) auf dessen Internetseite. Der Grund für die »Richtigstellung« der unternehmernahen Einrichtung: In der vergangenen Woche war durch eine Antwort der Bundesagentur für Arbeit (BA) auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag bekanntgeworden, dass mittlerweile 3,2 Millionen Lohnabhängige zusätzlich zu ihrem Hauptjob einer Nebentätigkeit nachgehen. Das sind rund eine Million »Multijobber« mehr als noch vor zehn Jahren. Ein Grund zur Aufregung sei das aber nicht, schließlich seien Nebenjobber »sogar oft sozial besser gestellt als andere Beschäftigte«, so Schäfer.

Wie das IW »vorrechnet«, kann die Kombination aus einer sozialversicherungspflichtigen Stelle und einer abgabenfreien Nebentätigkeit – dies betrifft etwa 2,6 Millionen Personen – finanziell sinnvoller sein als eine Lohnerhöhung. So müsse ein »alleinstehender Durchschnittsverdien...

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