11.10.2017 / Antifa / Seite 15

Schutzwürdige Altlasten

Aus »Staatswohlgründen«: Bundesregierung verweigert Auskünfte über mögliche V-Mann-Tätigkeit von Rechtsterroristen auch lange nach deren Tod

Claudia Wangerin

Wenn Bundestagsabgeordnete von der Regierung wissen wollen, ob lebende Personen V-Leute eines Geheimdienstes waren, wird in der Regel auf den Quellenschutz verwiesen. Im Fall einer Anfrage der Linksfraktion vom 13. September, die zwei Wochen später »beantwortet« wurde, machte dies kaum Sinn, da sechs von sieben Männern, um die es darin ging, schon seit Jahrzehnten nicht mehr leben. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gilt das auch für den siebten Mann. Rückblickend wurde mancher von ihnen oft als »Zeitbombe« bezeichnet.

Der mutmaßliche Haupttäter des Oktoberfest-Attentats, Gundolf Köhler, ist seit 37 Jahren tot, da er den Bombenanschlag am 26. September 1980 selbst nicht überlebte. Sechs Wochen später wurde der Neonazi Heinz Lembke, der umfangreiche Waffenlager in der Lüneburger Heide angelegt hatte, erhängt in einer Zelle aufgefunden. Er soll vorher umfangreiche Aussagen angekündigt haben. Im Dezember 1980 erschoss sich der deutsche Rechtster...

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