07.10.2017 / Feuilleton / Seite 11

Imperiales Flensburg

Auf dem Boden der Tatsachen: In Flensburg erinnert eine Ausstellung an die verdrängte Kolonialgeschichte der Stadt

Ralf Richter

Flensburg und der Rum: 1980 rief die Stadt die touristisch beliebte Rum-Regatta ins Leben. Daraus wurde ein Volksfest zum Bestaunen alter Segelschiffe, mittlerweile ist es das größte Treffen der Gaffelsegler (eine bestimmte Art der Takelung) in Nordeuropa. Früher brachten sie Zucker und Rum in die Stadt. Rum wird bis heute in Flensburg hergestellt, was noch aus der Zeit herrührt, als Flensburg dänisch war – von 1460 bis 1864. Es war nach Kopenhagen der wichtigste Handelshafen Dänemarks und damit auch Teil von dessen imperialer Politik, was heute in der Stadt kaum bekannt ist.

Aus diesem Grund lohnt ein Besuch der Sonderausstellung »Rum, Schweiß und Tränen« im Flensburger Schiffahrtsmuseum. Hier kann man lernen, dass die teilweise prächtige Architektur Flensburgs etwas mit Sklavenhandel und Sklavenarbeit zu tun hat. Ab dem 18. Jahrhundert wurde Rohrzucker aus Dänisch-Westindien, den heutigen Jungferninseln, importiert und in Flensburg raffiniert. Zucker wa...

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