05.10.2017 / Thema / Seite 12

Doppelmoral per Gesetz

Der Fall Kaepernick und die Polizei – ein Statement gegen den strukturellen Rassismus in den USA

Frank Serpico

In den USA schlägt die Auseinandersetzung um den von Footballstar Colin Kaepernick im August 2016 ausgelösten Protest gegen rassistische Polizeigewalt hohe Wellen. Zu Beginn eines jeden Spiels weigerte er sich zum Klang der Nationalhymne aufzustehen. Deren Abspielen ist seit dem Jahr 2009, als der US-Footballverband NFL und das US-Verteidigungsministerium einen Vertrag zur Förderung der patriotischen Moral geschlossen hatten, obligatorisch. Gegenüber der Presse erklärte Kaepernick: »Ich stehe nicht auf, um Stolz auf die Flagge eines Landes zu zeigen, das schwarze und farbige Menschen unterdrückt (…).« Inzwischen folgen zahlreiche Athleten nicht nur der NFL, sondern auch anderer Sportarten dem Beispiel des ehemaligen Quarterbacks der San Francisco 49ers. Es war vor allem US-Präsident Donald Trump, der mit seinen Äußerungen, die knienden Sportler seien »Hurensöhne«, die man »feuern« solle, die Debatte weiter anheizte. Längst sind es Tausende an Schulen und ...

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