06.09.2017 / Thema / Seite 12

Notwendige Neubewertung

70 Jahre nach Gründung der »Gruppe 47« ist es an der Zeit, sich vom ­verharmlosenden Label »Flakhelfergeneration« zu verabschieden

Matthias N. Lorenz

Kaum ein Zusammenhang von Schriftstellerinnen und Schriftstellern prägte das kulturelle Leben der frühen Bundesrepublik so sehr wie die »Gruppe 47«, deren erstes Treffen im September 1947 am Bannwaldsee bei Füssen stattfand. Das Gewicht, das ihr im literarisch-politischen Feld zukam, war immens: Allein zwei Drittel der zwischen 1959 (dem Jahr ihres endgültigen Durchbruchs als maßgebliche Instanz im deutschsprachigen Literaturbetrieb) und 1967 (als die letzte reguläre Gruppentagung stattfand) mit dem Büchner-Preis Ausgezeichneten waren Autorinnen und Autoren der Gruppe 47. Die Herausgeber und Chefredakteure wichtiger literarischer Zeitschriften wie Akzente, Texte und Zeichen, Die Literatur, Dokumente, Frankfurter Hefte, Kursbuch oder Der Monat waren »47er«. Keine andere Schriftstellervereinigung agierte so dicht an der realpolitischen Macht: Das Wahlkontor deutscher Schriftsteller stand in engstem Kontakt zum späteren sozialdemokratischen Bundeskanzler Wil...

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