24.08.2017 / Ausland / Seite 6

»Talak« ist verfassungswidrig

Indiens Oberster Gerichtshof erklärt traditionelle muslimische Praxis für unrechtmäßig

Thomas Berger

Anderthalb Jahre hatte Shayara Bano diesem Moment entgegengefiebert. Am Dienstag konnte die Muslimin aus dem nordindischen Allahabad ihrer Erleichterung dann freien Lauf lassen. Indiens Oberste Richter in Delhi haben Banos Klage vom Februar letzten Jahres stattgegeben und die muslimische Praxis des »dreifachen Talak« für verfassungswidrig erklärt. Der Brauch, der dem muslimischen Mann eine Sofortscheidung ermöglicht, verstoße gegen das Recht auf Gleichberechtigung, so das Urteil. Die fünfköpfige, rein von männlichen Richtern besetzte Kammer des Obersten Gerichtshofes, die in der heiklen Angelegenheit zu entscheiden hatte, setzte sich aus einem Sikh, einem Muslim, einem Hindu, einem Christ und einem Parse zusammen. Letztere drei bildeten die knappe Mehrheitsfront, die die Tradition zu Fall brachte. Nicht nur für ihre vier Nebenklägerinnen Gulshan Parveen, Afreen Rehman, Ishrat Jahan und Atiya Sabri, sondern für alle muslimischen Frauen in Indien sei dies ...

Artikel-Länge: 3274 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe