12.08.2017 / Inland / Seite 4

Shakespeare und die Mauer

Zum 56. Jahrestag des Beginns des Berliner Grenzwallbaus

Matthias Krauß

Glaubenssätze heißen so, weil sie nun einmal nicht zur Debatte stehen. Der 13. August 1961 ist in solche Sätze gleichsam eingemauert. Dieses Datum hat als das ultimative Beispiel für Bosheit und Menschenverachtung der DDR zu gelten. Zwischentöne sollen keine Chance bekommen, aber schon Shakespeare wusste: »Nichts auf der Welt ist so gut, dass sein falscher Gebrauch nicht schädlich wäre, und nichts ist so schlecht, dass die Menschen nicht doch einen Nutzen daraus zögen.«

Die Ereignisse um den Tag des Beginns der Errichtung des Grenzwalls mitten durch Berlin waren keine bloße Idee des DDR-Politbüros, sondern fußten auf einem Beschluss aller europäischen sozialistischen Staaten, den sie in Moskau gefällt hatten. Auch Polen und Ungarn hatten der »Sicherung der Staatsgrenze« in der DDR zugestimmt. Dieser überaus problematische Schritt beendete eine Situation, die für die Gesellschaft der DDR nicht mehr hinnehmbar war. Sabotage und Spionage hatten die DDR in...

Artikel-Länge: 3233 Zeichen

Sie benötigen ein Online-Abo • jetzt bestellen

Bitte einloggen

Abo abschließen

  • Gedruckt

    Printabo

    Sechs mal die Woche: Hintergrund und Analysen, Kultur, Wissenschaft und Politik. Und Samstag acht Seiten extra.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €
  • Online

    Onlineabo

    24/7: Sofortiger Zugang zu allen Artikeln und Beilagen. Downloads, Mailausgabe, Features, das ganze Archiv.

    16,90 Euro/Monat Soli: 21,90 €, ermäßigt: 10,90 €
  • Verschenken

    Geschenkabo

    Anderen eine Freude machen: Verschenken Sie jetzt ein Abonnement der Printausgabe.

    37,90 Euro/Monat Soli: 47,90 €, ermäßigt: 27,90 €

Kurzzeitabo abschließen

Zur aktuellen Ausgabe