10.08.2017 / Feuilleton / Seite 11

Stell dich nicht tot

Manchmal lustig, häufig schräg, vor allem aber smart erzählt: »Die Hannas«, eine deutsche Beziehungskomödie

André Weikard

»Wie willst du mich denn verfolgen, wenn du die ganze Zeit neben mir stehst?« fragt Kim (Julia Becker). Irgendwie geht Hans (Till Butterbach) der Sinn für das Rollenspiel ab, in dem er als Vergewaltiger überzeugen soll. Was in diesem Moment konkret zum Problem wird, steht pars pro toto für das Thema von Julia Kaisers zweitem Spielfilm. Man könnte es etwas abschätzig Nähe-Distanz-Gedöns nennen.

Wenn Hans nicht gerade mit Kim fremdgeht, verbringt er viel Zeit mit seiner Freundin Anna (Anna König). Sehr viel Zeit. Seit 15 Jahren. Das Dauer­knuddelpärchen ist unzertrennlich. Ständig hängen die beiden einander auf der Pelle. Wenn sie an seinem Penis zieht, turnt er den Hampelmann. Im Freundeskreis laufen Wetten, wer von beiden zuerst aus der Beziehungshölle ausbricht. »Anna macht jetzt Therapie und geht regelmäßig zum Schwimmen«, teilt Hans einem guten Freund mit. »Seit wann macht Anna denn Sport?« fragt der. Dass eine Therapie nach soviel Zweisamkeit überfäll...

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