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26.07.2017 / Feuilleton / Seite 14

Rotlicht: Sozialpartnerschaft

Daniel Behruzi

Von Klassenkampf redet das Establishment hierzulande nicht so gerne. Viel besser klingt da: Sozialpartnerschaft. Statt sich zu bekriegen, sollen Kapital und Arbeit »partnerschaftlich« miteinander umgehen. In friedlichen Verhandlungen sollen sie Löhne und Arbeitsbedingungen festlegen, ohne dass es zum Arbeitskampf kommt. Ist dieser ausnahmsweise nicht zu vermeiden, muss er in geordneten Bahnen verlaufen und möglichst rasch wieder beigelegt werden. Angeblich kommt so das Beste für alle dabei heraus.

Der Blick in die Geschichte scheint das zu bestätigen. Ist nicht auch der Lebensstandard der Arbeiterklasse nach dem Krieg unter den »sozialpartnerschaftlichen« Verhältnissen der Bundesrepublik stetig gestiegen? Erreichen Gewerkschaften wie die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) – für die der Streik nicht mal mehr das »Schwert an der Wand« ist, auf das man gelegentlich zeigt – nicht mehr als kämpferische Formationen, zum Beispiel in Frankreich?

Um zumindest di...

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