13.07.2017 / Feuilleton / Seite 11

Cowboys knutschen Indianer

Swingerparty mit Klassenfahrtsblues: Ein Dokumentarfilm über eine Kreuzfahrt für Schwule

André Weikard

Kreuzfahrten sind in etwa so spießig wie Untertassen, Filzpantoffeln und Häkeldeckchen. Diese hier aber nicht: Einmal im Jahr werden Großpackungen von Präservativen in Obstschalen gekippt, 3.000 schwule Männer gehen an Bord. Das »Dream Boat« legt ab, die Vergnügungsfahrt für Partybesessene aus 89 Ländern beginnt. Fünf von ihnen hat Filmemacher Tristan Ferland Milewski auf ihrer Reise begleitet. Darunter einige auch aus Ländern, in denen Homosexualität geächtet ist: Männer aus Polen, aus Palästina und Indien. »Mein Land ist sehr katholisch«, sagt etwa Marek, 24. Und weiter nichts. Wozu auch? Wir verstehen. Das »Dream Boat« ist ein schwimmender Zufluchtsort, ein buntes Utopia, eine feiernde Antithese zum feindlichen Alltag. Oder doch nicht?

Die fünf Reisenden erleben den Trip in eine temporär sexuell befreite Welt als emotionale Achterbahnfahrt. Während der HIV-positive Österreicher Martin das Angebot athletischer Körper auskostet (»Ich habe es mir nicht au...

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