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19.06.2017 / Inland / Seite 4

»Es gibt nichts mitzuteilen«

Feuertod von Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau: Staatsanwaltschaft hält Gutachten zurück. Sachsen-Anhalts Behörden verweigern jede Auskunft

Susan Bonath

Die »Initiative in Gedenken an Oury Jalloh« wirft der Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau erneut massives Fehlverhalten bei den Ermittlungen zum Feuertod des Asylsuchenden vor. Sie ermittle absichtlich ins Leere, verschleppe das Verfahren, vertusche Ergebnisse und ignoriere Beweise. »Das ist Strafvereitelung im Amt«, erklärte die Initiative vergangene Woche. Oury Jalloh war am 7. Januar 2005 im Dessauer Polizeirevier bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Dabei lag der 36jährige Flüchtling aus Sierra Leone an Händen und Füßen angekettet auf einer feuerfest umhüllten Matratze, die sich in einer gefliesten Zelle befand. Die Behörden beharren trotz gegenteiliger Indizien darauf, dass er sich selbst getötet habe.

Das Resultat eines Brandversuchs, der diese Version stützen sollte, wird geheimgehalten. Nachdem von der Initiative beauftragte Experten gravierende Mängel in den Ermittlungen aufgedeckt und einen Mord nahegelegt hatten, war die Staatsanwaltschaft in die Off...

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