19.05.2017 / Ausland / Seite 7

Betreute Demokratie

Präsidentenwahl im Iran: Die meisten Kandidaten wurden vom »Wächterrat« gar nicht erst zugelassen

Knut Mellenthin

Am heutigen Freitag können 55 Millionen Iraner entscheiden, wer in den nächsten vier Jahren ihr Präsident sein wird. Gleichzeitig werden auch die Kommunalverwaltungen in Städten und Dörfern neu gewählt. Von sechs Bewerbern, deren Kandidatur der nicht demokratisch legitimierte »Wächterrat« zugelassen hatte, sind nur noch vier übriggeblieben. Eine Chance hat neben Amtsinhaber Hassan Rohani, der im iranischen Sprachgebrauch als gemäßigter Reformer gilt, nur der Jurist Ebrahim Raisi, auf den sich das Bündnis der Erzkonservativen geeinigt hat. Zwei weiteren Kandidaten, Mostafa Mirsalim und Mostafa Haschemi-Taba, werden jeweils nicht mehr als zwei bis drei Prozent zugetraut. Bereits vor der Wahl haben sich Vizepräsident Eschagh Dschahangiri und Teherans Bürgermeister Mohammad Bagher Ghalibaf zurückgezogen. Ihre Bewerbung war offenbar nur taktischer Natur, um Sendezeit im Fernsehen und andere Privilegien in Anspruch nehmen zu können. Inzwischen hat Dschahangiri ...

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