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18.05.2017 / Thema / Seite 12

Ein vergessener Held

Als die Nazis vor 75 Jahren in Berlin ihre Propagandaausstellung »Das Sowjetparadies« zeigten, entschlossen sich Antifaschisten, dagegen vorzugehen. Der vor 100 Jahren geborene Werner Steinbrinck war einer von ihnen

Cristina Fischer

»Ihre Sendung: das Gewissen des Landes zu sein. Ihr Geschick: gebrandmarkt zu sterben.« (Heinrich Mann: Über die deutsche ­Widerstandsbewegung)

Er zählt nicht zu denen, deren Namen immer wieder feierlich genannt werden, wenn der Widerstand gegen den Faschismus gewürdigt wird. Viele werden seinen Namen überhaupt noch nie gehört haben: Werner Steinbrinck. Wenn man von ihm liest, ist sein Name meist falsch geschrieben, nur mit einem »k« hinten.

Vor einem Jahr habe ich in dieser Zeitung an den 100. Geburtstag der Freundin von Werner Steinbrinck, Hildegard Jadamowitz, erinnert, die etwas bekannter ist als er. Ich habe versucht, die wenigen Informationen über ihr Leben zusammenzutragen und erstmals aus Haftbriefen von ihr zitiert, die einen Eindruck von ihrer Persönlichkeit vermitteln. Kaum etwas von ihr ist überliefert: eine Handvoll Briefe und zwei, drei Fotos. Es gibt nicht einmal einen Abschiedsbrief wie von vielen anderen hingerichteten Antifaschisten. Und d...

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