16.05.2017 / Thema / Seite 12

Bedrohte Quartiere

Bangladeschs Hauptstadt Dhaka zählt zu den rasant wachsenden Megacities. Während die Regierung alles der wirtschaftlichen Entwicklung unterordnet, ­müssen die Armen und ihre Siedlungen weichen

Elisa T. Bertuzzo

Die Ankunftshallen von internationalen Flughäfen geben oft einen Vorgeschmack davon, was hinter den Schaltern der Pass­kontrolle, den Glastüren und Parkplätzen vor sich geht. Strohhüte, Flipflops und große Rucksäcke dort, wo touristische Attraktionen ein mittlerweile generationsübergreifendes Publikum anlocken; Aktentaschen und Sakkos in den Finanzmetropolen. Immer, wenn ich in Dhaka, der Hauptstadt Bangladeschs, lande und mich in die Warteschlange vor dem »Visa on Arrival«-Schalter einreihe, finde ich mich von einem anderen Schlag Reisender umgeben: nervös und müde, manchmal etwas verrucht wirkende Gestalten, die weder aus Spaß noch in Verfolgung ihrer persönlichen Karriere unterwegs sind. Am Schalter nennt man sie »Investors«, obwohl sie keine Unternehmer oder Agenten mit eigenen Portfolios sind, sondern Angestellte, die Zulieferfirmen meist im Textil- und Ledersektor besuchen oder auf Erkundungsreise sind. Die zweithäufigste Kategorie ausländischer Rei...

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