11.05.2017 / Ausland / Seite 7

Streik im Chocó

Im Nordwesten Kolumbiens protestieren die Einwohner gegen Regierung und Paramilitärs

Volker Hermsdorf

Im Nordwesten Kolumbiens sind am Mittwoch Teile der überwiegend afrokolumbianischen und indigenen Bevölkerung des Verwaltungsbezirks Chocó in einen unbefristeten Proteststreik getreten. Sie wehren sich gegen den Bruch von Zusagen der Regierung des rechtskonservativen Präsidenten Juan Manuel Santos und fordern Schutz vor dem zunehmenden Terror paramilitärischer Banden in der Region.

Die rund 450.000 Einwohner des Departamento del Chocó gehören zu den Ärmsten des Landes, obwohl die an der Pazifikküste gelegene Region über Goldvorkommen und eine lukrative Holzproduktion verfügt. Die Analphabetenrate ist dort zweieinhalbmal höher als im Rest Kolumbiens, es fehlt an Ärzten, Krankenhäusern und Medikamenten. Weite Teile des Bezirks werden nur wenige Stunden am Tag mit Strom versorgt, und viele Anwohner haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Zudem gibt es kaum Straßen und nur schlechte Verkehrsverbindungen zu den nächstgelegenen Großstädten.

Bereits im August...

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