11.05.2017 / Inland / Seite 2

»Das Darknet hat zwei Seiten, eine ist schön«

Auf der verdeckten Seite des Internets kommunizieren Journalisten und Oppositionelle. Aber auch Waffenhändler. Ein Gespräch mit Ahmad Alrifaee

Anselm Lenz

Als syrischer Journalist und Experte für das »Darknet« referierten Sie, Herr Alrifaee, auf dem Internetkongress »re:publica« in Berlin. Zu Beginn: Was ist das Darknet?

Es ist ein Platz im Netz, wo Menschen anonym surfen können. Man benutzt auch im Darknet Facebook, Google, Youtube und die Anwendungen, die man sonst auch verwendet, aber eben in anonymisierter Form. Als Person kann ich dort nicht erkannt werden. Es ist nicht sichtbar, wo ich mich aufhalte, welchen Rechner ich nutze, wie ich heiße, wer ich bin. Das Darknet hat zwei Seiten, eine sehr schöne und eine sehr hässliche. Die dunkle Seite ist, dass es einen Marktplatz für Waffenhandel im Darknet gibt, das ist katastrophal. Ich hingegen habe das Darknet als Journalist in Syrien benutzt, um fernab von Überwachung und Kontrolle zu kommunizieren, meine Texte zu verschicken.

Inwiefern hat Ihnen das Dark­net bei Ihrer Arbeit geholfen?

Die Situation in Syrien ist sehr schwierig. Das Darknet ist nicht kontroll...

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