29.04.2017 / Ausland / Seite 6

Kampf um General Motors

US-Autokonzern feuert gesamte Belegschaft in Venezuela. Die Arbeiter reagieren mit Betriebsbesetzung

André Scheer

Die Entlassung kam per SMS: Fast 2.700 Arbeiter des US-Automobilkonzerns General Motors in Venezuela (GMV) erhielten vor wenigen Tagen Kurznachrichten auf ihre Mobiltelefone. Darin teilte ihnen das Unternehmen mit, dass man ihnen »aufgrund der Beendigung des Arbeitsverhältnisses« die Sozialabgaben überwiesen habe. GMV hatte zuvor angekündigt, seine gesamte Tätigkeit in dem südamerikanischen Land einstellen zu wollen. Damit reagierte der Konzern nach eigener Darstellung auf eine Polizeiaktion vom 19. April. Auf Anordnung eines lokalen Handelsgerichts in Maracaibo hatten die Beamten im GMV-Werk Valencia Fahrzeuge und andere Wertgegenstände beschlagnahmt. Hintergrund ist ein Verfahren, das sich seit dem Jahr 2000 hinzieht. Dabei geht es um Schadenersatzforderungen eines früheren Konzessionärs. Dieser macht geltend, Autos bezahlt zu haben, die von General Motors jedoch nicht geliefert wurden.

Die venezolanische Regierung wurde durch die Polizeiaktion offenkund...

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