26.04.2017 / Feuilleton / Seite 10

»Einfach toll«

War was mit Guernica? In der BRD hat der Name »von Richthofen« noch immer einen guten Klang

Matthias Krauß

Zu den Filmen, mit denen die Vorstellungen vom sauberen deutschen Offizier befestigt wurde, gehört die US-amerikanische Produktion »Manfred von Richthofen – der Rote Baron« (»Von Richthofen and Brown«, 1971). Gegenstand ist das Leben und Sterben des edlen Ritters der Lüfte Manfred von Richthofen (1892–1918), der sich im Ersten Weltkrieg mutig im ehrenhaften Streit bewährte und schließlich opferte. Die deutsche Verfilmung seines Werdegangs von 2008 (Titelrolle: Matthias Schweighöfer) hat es eigentlich noch schlimmer gemacht.

Dabei könnte eine Richthofen-Verfilmung tatsächlich Interesse erregen. Nämlich die des Wirkens eines anderen Fliegers mit gleichem (Nach-)Namen. Wolfram Freiherr von Richthofen, Stabschef der deutschen »Legion Condor« im Spanischen Krieg, ein Spross aus nämlichem Stamm, hatte am 26. April 1937 die Zerstörung der baskischen Stadt Guernica (baskisch: Gernika) befohlen und geleitet. In dieser europäischen Ouvertüre des Bombenkrieges starbe...

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