09.08.2002 / Inland / Seite 5

Abschiebetag 22. August

Flüchtlinge aus dem Libanon bei türkischem Generalkonsulat in Hannover zwangsvorgeführt

Reimar Paul

Eine vor 14 Jahren aus dem Libanon nach Deutschland geflohene Familie soll am 22. August in die Türkei abgeschoben werden. Diesen Termin nannte jetzt der Landkreis Northeim (Niedersachsen) in einem Schreiben an den Rechtsanwalt der Flüchtlinge. Zur Beschaffung von Paßpapieren, ohne die eine Abschiebung nicht möglich ist, wurden die Eltern und fünf Töchter am Mittwoch dieser Woche zwangsweise dem türkischen Generalkonsulat in Hannover vorgeführt. Drei weitere Töchter sind verheiratet, haben eigene Kinder und dürfen deshalb in Deutschland bleiben.

Insgesamt sind im Kreis Northeim etwa 120 Flüchtlinge aus dem Libanon von einer Abschiebung bedroht. Die Behörden werfen den Familien falsche Identitätsangaben bei der Einreise und »Sozialhilfebetrug« vor: Sie seien in Wirklichkeit Türken. Die Flüchtlinge bestreiten dies. Nach ihrer Darstellung, die durch Recherchen von Flüchtlingsorganisationen gestützt wird, stammen sie von einer kurdischen und arabischsprach...

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