21.04.2017 / Feuilleton / Seite 10

Unser Leben, weg ist es

Penetranz des Alltäglichen: Zsuzsa Bánks neuer Roman »Schlafen werden wir später«

Werner Jung

Im neuen Roman von Zsuzsa Bánk, »Schlafen werden wir später«, zieht sich die Titelmetapher durch den gesamten Text. Der Alltag von Johanna und Márta, beide Anfang 40, scheint als trüber Fluss träge dahinzufließen. Die beiden schreiben sich unentwegt Mails, telefonieren, besuchen einander ab und an auch. Johanna, Lehrerin mit Ambitionen – sie schreibt an einer Dissertation über Annette von Droste-Hülshoff –, ist verlassen worden und hat eine Krebstherapie abgeschlossen, als der Mailverkehr mit der Freundin im März 2009 einsetzt. Die ungarischstämmige Márta ist als Schriftstellerin und Mutter dreier kleiner Kinder überfordert. »Später werde ich sagen«, mailt sie im Mai 2009, »die Kinder haben mein Leben weggesaugt (…), weg ist es«. Johanna geht es ähnlich: »Sieh nur, unser Leben. Unsere Tage reihen sich auch ohne unser Zutun aneinander. Irgendwas da draußen, wo unser Blick, unser Sinn nicht hinreicht, lässt sie ins Land ...

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